Was war die Gewürzroute?

Montag, 18. Juli 2016

Was war die Gewürzroute?

Im ausgehenden Mittelalter kamen immer mehr exotische Gewürze aus Asien nach Europa. Diese waren sehr teuer, deshalb suchte man nach billigeren Wegen, sie zu beschaffen. So entdeckte man die Gewürzroute.

Unter dem abenteuerlich klingendem Namen Gewürzroute verbirgt sich der Seeweg nach Indien. Seine Entdeckung kam damals einer Revolution gleich.

Von der Wichtigkeit der Gewürzroute

Gewürze werden schon seit sehr langer Zeit gehandelt. Dank der Feldzüge Alexanders des Großen, der in der Antike bis nach Indien vorstieß, waren Pfeffer und Zimt auch schon lange in Europa bekannt und beliebt. Obwohl Gewürze schon immer teuer waren, explodierten ihre Preise im ausgehenden Mittelalter.

Ab dem zehnten Jahrhundert lag der Gewürzhandel in arabischen Händen. Damals wurden Gewürze nur auf dem Landweg nach Europa gebracht und diese führten durch arabisches Herrschaftsgebiet. Auf diesen Landwegen wanderten die Waren von Zwischenhändler zu Zwischenhändler, bis sie schließlich in Europa teilweise sogar das Hundertfache des ursprünglichen Preises kosteten.

Könnte man nun einen direkten Seeweg zu den Ländern, in denen Pfeffer, Zimt und Muskat wachsen, finden, so könnte man die Zwischenhändler und Zölle umgehen und wahnsinnigen Profit machen.

Diese Überlegungen veranlassten schließlich die portugiesische Krone dazu, eine Expedition loszuschicken. Im Juli 1497 machte sich der Adelige Vasco da Gama auf den Weg, um die Seeroute nach Indien zu finden und mit Gewürzen zurückzukehren.

Die Route

Da Gama segelte von Lissabon aus zum Kap der guten Hoffnung. Bis dorthin waren die Seewege von anderen portugiesischen Seefahrern bereits erschlossen. Von dort ging es  weiter an der Ostküste Afrikas entlang und durch das Arabische Meer bis nach Westindien.

Dann umschiffte er Indien und Ceylon und gelangte über den Golf von Bengalen und durch die Straße von Malakka sowie die Sunda- und Bandasee schließlich zu den Gewürzinseln.

Als Da Gama während diese Fahrt im Mai 1498 an der indischen Malabarküste anlegte, waren er und seiner Männer die ersten Europäer, die das geschafft hatten. Da Gama schloss Handelsverträge und kam mit vollbeladenen Schiffen im Juli 1499 wieder in Lissabon an.

Die Auswirkungen dieser Entdeckung

Innerhalb weniger Jahrzehnte verlagerte sich die Hälfte des asiatischen Gewürzhandels von den Landwegen auf diese Seeroute, weshalb sie schon bald den Namen Gewürzroute trug.

Da Gama selbst wurde für seine Verdienste an den königlichen Hof berufen, in den Hochadel erhoben und schließlich zum Vizekönig von Indien ernannt. Seine Reise legte den Grundstein für das portugiesische Gewürzmonopol, das von 1506 bis 1570 extreme Profite abwarf. Außerdem war es einer der Auslöser für die Kolonialisierung, weil auch die anderen europäischen Großmächte von den Profitchancen profitieren wollten.