Indien - Land der Gewürze

Mittwoch, 24. Juni 2015

Indien - Land der Gewürze

Woran denken Sie, wenn Sie an die indische Küche denken? An Curry -  die Speise oder die Gewürzmischung? Oder denken sie an Ingwer, Kreuzkümmel und Kardamom? Allein die typischen Gewürze der indischen Küche lassen einem schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Bei genauerem Hinsehen ist das nicht weiter verwunderlich. Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit dieses riesigen Landes spiegelt sich in seiner Gewürzvielfalt und in seinen Speisen.

Indien ist eines der größten Länder der Welt mit einer riesigen Bevölkerungsanzahl und den unterschiedlichsten geografischen Begebenheiten. Auf dem indischen Subkontinent gibt es weiße Sandstrände ebenso wie die Berge des Himalaya. Deshalb ist es nicht einfach, die klassisch indische Küche einzufangen und zu beschreiben. Es gibt viele verschiedene Kochstile und noch mehr regionale Besonderheiten, die im Laufe der Geschichte von vielen Faktoren beeinflusst wurden.

Religions- und kulturgeschichtliche Einflüsse findet man in der indischen Küche zuhauf. Es gibt viele Elemente der orientalischen Küche, aber auch die ehemaligen Kolonialmächte hinterließen ihre Spuren. Trotzdem lassen sich, obwohl es so viele Unterschiede gibt, ein paar überregionale Besonderheiten festmachen.

Charakteristika der indischen Küche

Als Grundnahrungsmittel dienen Reis, Weizen und Hülsenfrüchte, wobei hier jeweils die Sorte vorherrscht, die in der jeweiligen Region am häufigsten vorkommt. Im Norden wird zum Beispiel hauptsächlich Weizen angebaut, weshalb dieser dort auch das wichtigste Grundnahrungsmittel ist.

Fleisch spielt in Indien bei der Ernährung nur eine untergeordnete Rolle. Das hat mehrere Gründe. Zunächst ist vegetarisches Essen in Indien wegen des Hinduismus weit verbreitet. Der Verzicht auf Fleisch ist jedoch kein Dogma, tabu ist nur Rindfleisch. Etwa 20 Prozent der indischen Bevölkerung ernähren sich trotzdem streng vegetarisch. Bei den muslimischen Bevölkerungsteilen ist der Verzehr von Schweinefleisch verboten. Hinzu kommt die Tatsache, dass es in Indien viele arme Menschen gibt. Die Menschen essen das, was sie sich leisten können, und Fleisch ist teuer. Anstatt von Fleisch stellen deshalb Milchprodukte und Hülsenfrüchte die Eiweiß- und Sättigungsgrundlage in der indischen Küche dar.

Charakteristisch in allen Landesteilen ist der komplexe und subtile Einsatz von unzähligen Gewürzen.

In der westlichen Welt, mit Ausnahme von Großbritannien, wurde die indische Küche erst vor circa 30 Jahren bekannt. Ein Grund dafür war, dass Indien damals für immer mehr Touristen interessant wurde und diese die indische Küche mitbrachten. In einigen Ländern haben auch indische Einwanderer ihre traditionellen Speisen und Gerichte mitgebracht und bekannt gemacht.

International sind die Gerichte, die unter die Sammelbezeichnung Curry fallen, am bekanntesten. Daneben wird auch die typisch indische Gewürzmischung als Curry bezeichnet. Mehr zu dieser Gewürzmischung finden Sie hier.

Typisch indische Gewürze sind:

Bockshornkleesamen: Der Bockshornklee ist in der indischen Küche sehr wichtig. Die Samen sind klein, länglich und hellbraun. Die getrockneten und gemahlenen Samen werden gerne in verschiedenen Gewürzmischungen verwendet.

Chili-Pulver: Chili stammt ursprünglich aus Südamerika und kam durch die Kolonialmächte nach Indien. Dort wurde die Pflanze begeistert aufgenommen und seither gehört Chili einfach zur indischen Küche, als wäre er dort heimisch.

Curry-Blätter: Getrocknete Curryblätter haben einen würzigen Geruch und stammen von Currybaum. Sie werden mitgekocht, wie etwa bei uns Lorbeerblätter.

Fenchelsamen: Fenchel wurde zuerst im Mittelmeerraum kultiviert. Von dort verbreitete er sich schnell und kam so auch nach Indien. Diese Gewürz ist heute Zutat zahlreicher Gewürzmischungen.

Kardamom: Die Kapselfrüchte des Kardamoms werden gemahlen. Sie enthalten viele ätherische Öle, sind deshalb sehr aromatisch und werden in Gewürzmischungen verwendet.

Koriander: Durch dieses Gewürz erhalten Currygerichte einen erdigen, pfeffrigen Geschmack. Er wird auch in Salaten verwendet.

Kurkuma: Dieses Gewürz wird auch Gelbwurz genannt. Die Wurzel, aus der das Pulver hergestellt wird, ist mit dem Ingwer verwandt. Kurkuma ist eine der Hauptzutaten von fast allen indischen Gewürzmischungen.

Kreuzkümmel: Die Samen des Kreuzkümmels haben einen leicht bitteren Geschmack und duften aromatisch.

Sternanis: Sternanis ist in ganz Asien als Gewürz beliebt. Es ist Bestandteil vieler Currys.

Schwarzkümmel: Geschmacklich erinnert der Schwarzkümmel an Sesam und Kreuzkümmel. Dabei ist diese Pflanze weder mit Kümmel noch mit Kreuzkümmel verwandt. Im asiatischen Raum wird dieses Gewürz auch “schwarzer Zwiebelsamen” genannt.

Ingwer: Diese Pflanze zählt zu den bekanntesten Gewürzen überhaupt. Ingwer hat einen unverwechselbaren, aromatischen Geschmack und ist auch gesund.