Gesalzene Informationen

Mittwoch, 17. Juni 2015

Gesalzene Informationen

Salz nahm in menschlichen Kulturen schon immer einen besonderen Platz ein. Bereits in vorgeschichtlicher Zeit gab es Salzstraßen. Diese erhielten ihren Namen dadurch, dass Salz über diese Wege in salzarme Gebiete transportiert und teuer verkauft wurde. In praktisch allen Zivilisationen des Altertums finden sich Spuren der Salzgewinnung. Zeugnisse davon gibt es genug. Schon die Babylonier und Sumerer verwendeten Salz als Konservierungsmittel. Früher gab es nämlich nicht viele Möglichkeiten, Speisen haltbar zu machen. Dadurch kam dem Salz eine besonders wichtige Rolle als Wirtschaftsgut zu, die den Preis in die Höhe trieb.

Mit dem Salzhandel wurden viele Städte sehr wohlhabend. Die Bezeichnung “weißes Gold” geht auf diesen Umstand zurück. Der Begriff “Salär” ist ein weiteres Beispiel. Teilweise verwendeten die Römer Salz, um Legionäre damit zu bezahlen. Salär bedeutet also, den Lohn in Form von Salz ausgezahlt zu bekommen.

Seinen enormen Wert behielt das Salz in Mitteleuropa bis ins 19. Jahrhundert. Dieser Wert ergab sich aber nicht aus der bis dahin aufwendigen Produktion, sondern durch den Transport und den Handel. Es kam sogar zu Aufständen, wenn der Preis zu hoch war. Als 1648 im Russischen Reich eine Salzsteuer eingehoben wurde und der Preis sich verdreifachte, kam es zu Unruhen, die als “Salzaufstand von Moskau” in die Geschichte eingingen. Alleine das zeigt schon die Wichtigkeit dieses knappen Guts.

Salz ist lebensnotwendig. Es sorgt dafür, dass Flüssigkeit im Körper gebunden wird und trägt damit maßgeblich dazu bei, alle Stoffwechselprozesse optimal ablaufen zu lassen. Aus diesem Grund wurde Salz bereits vor mehreren tausend Jahren für Heilzwecke eingesetzt. Schon Hippokrates beschrieb in der Antike die heilende Wirkung des Meerwassers. Noch bis ins Mittelalter galten Medikamente auf Salzbasis als Wundermittel. Das Sprichwort “Salz in offene Wunden streuen” stammt von diesen Praktiken. Es wurde tatsächlich Salz in offene Wunden gestreut, um Entzündungen zu verhindern, was natürlich sehr schmerzhaft war.

Je nach Art der Salzgewinnung unterscheidet man unterschiedliche Salzarten. Meersalz wird in so genannten Salzgärten gewonnen. Das sind flache Becken, in die Meerwasser eingeleitet wird. In der Sonne verdunstet das Wasser und übrig bleibt das weiße Gold. Meersalz deckt etwa 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs ab. Der Rest wird fast ausschließlich durch Steinsalz abgedeckt. Dieses wird unter Tage in Salzstöcken abgebaut. Steinsalz besteht bis auf geringe Beimengungen aus dem Mineral Halit (Natriumchlorid).

Da es kein reines Salz gibt, können Verfärbungen auftreten, die von den zusätzlichen Inhaltsstoffen abhängen. Rotes Speisesalz ist beispielsweise mit Eisenoxid “verunreinigt”. Je feiner Salz ist, desto eher wird der Geschmack wahrgenommen und desto leichter löst sich das Salz in Flüssigkeiten auf.

Im Bereich der Gewürzsalze gibt es eine umfangreiche Palette von Sorten und Variationen, wobei der Phantasie beinah keine Grenzen gesetzt sind. Bei Gewürzsalzen profitieren alle Zutaten voneinander. Gewürze und Kräuter geben dem Salz zusätzlichen Geschmack, dafür wirkt das Salz stabilisierend auf die Gewürze.