Kardamom - schmackhaftes, ehemaliges Aphrodisiakum

Dienstag, 12. Januar 2016

Kardamom - schmackhaftes, ehemaliges Aphrodisiakum

In den Bergwäldern Südindiens wächst eine Gewürzpflanze, die in unseren Breiten vor allem in der Weihnachtszeit Hochsaison hat. Kardamom kommt aber nicht nur in Lebkuchen und Glühwein gut, sondern ist auch sonst heiß begehrt.

Was viele nicht wissen: Kardamom ist das drittteuerste Gewürz der Welt (gleich nach Safran und Vanille). Die schilfartige Pflanze gehört zu den Ingwergewächsen und stammt ursprünglich aus Südindien und Sri Lanka, wo sie in mittleren Höhen in den feuchten Bergregionen der Regenwälder wächst. Sie wird 3-5 Meter hoch, hat blassblaue Blätter mit gelbem Rand und weißlich-gelbe Blüten.

Das Wertvolle und Teure befindet sich im Inneren der kleinen grünen Fruchtkapseln. Verantwortlich für den fein-würzig bis süßlich-scharfen Geschmack sind nämlich die Samen. Diese enthalten bis zu acht Prozent ätherische Öle.

Die Fruchtkapseln werden unreif geerntet, getrocknet und dann in verschiedenen Formen als Gewürz angeboten: die Samen an sich, gemahlen oder als ganze Fruchtkapseln.

In Europa ist Kardamom in erster Linie eine Zutat in Obstzubereitungen wie Kompott, für Lebkuchen, Glühwein, Likör, aber auch zum Würzen von Wurst und Fisch. In orientalischen Ländern wird er häufiger eingesetzt. Dort würzt er Fleisch- und Reisgerichte, Gewürztees und ist Bestandteil vieler Currymischungen. In arabischen Ländern verwendet man ihn gerne zur Verfeinerung von Kaffee. Diese Länder sind mit 60 Prozent auch die weltweiten Hauptverbraucher dieses Gewürzes.

In der ayurvedischen Medizin wird Kardamom schon seit Jahrtausenden als Heilpflanze geschätzt und eingesetzt. Die Samen enthalten entgiftende Enzyme, die verdauungsfördernd wirken. Deshalb wird Kardamom oft gegen Blähungen, Magenschmerzen und -krämpfen eingesetzt. Gekaut helfen die Samen auch gegen Mundgeruch. Früher wurde dem Kardamom eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben.

Verwendungstipps

Der zitronig-frische, aromatische Geruch verrät es schon: Kardamom ist sehr intensiv. Deswegen sollte er nur sparsam eingesetzt werden. Die ganzen Kapseln bzw. die Samen entfalten ihr volles Aroma erst durch Hitze, sie können also problemlos mitgekocht werden. Gemahlener Kardamom sollte dagegen erst am Ende zu einer Speise hinzugefügt werden.

Am besten harmoniert Kardamom mit Fenchel, Anis, Chili, Ingwer, Zimt und Nelken.