Vanille - Königin der Gewürze

Montag, 19. September 2016

Vanille - Königin der Gewürze

Vanille ist eines der teuersten Gewürze der Welt und dazu auch noch eines der köstlichsten. Hier finden Sie alles, was es über diese aromatischen Pflanzen zu wissen gibt.

Vanille ist ein vielseitig einsetzbares und intensiv schmeckendes Gewürz. In der heutigen Lebensmittelindustrie ist es kaum mehr wegzudenken.

Was ist Vanille?

Die Vanille ist eine Kletterpflanze und gehört zur Pflanzengattung der Orchideen. Sie kann bis zu zehn Meter lang werden. Von der Gattung Vanilla gibt es über 100 Arten, wobei aber nur ein paar Sorten wirklich für die Gewürzproduktion interessant sind.

Aus den hellgelben Blüten entwickeln sich bei etwa fünfjährigen Pflanzen die länglichen Fruchtkapseln, die meist als Vanilleschoten bezeichnet werden, was botanisch allerdings falsch ist. Diese Kapseln sind es nun, die dieser Pflanzengattung den Namen „Königin der Gewürze“ eingebracht haben. Heimisch waren die Pflanzen ursprünglich in Mittelamerika und der Karibik, heute werden sie auch in Afrika und im südostasiatischen Raum angebaut.

Geschichte der Vanille

Schon die alten Azteken kannten die Vanille. Damals wurde sie als Gewürz und als Huldigungsgabe für den Herrscher verwendet; vor allem Kakao wurde damit verfeinert.

Nach der Eroberung der Europäer dauerte es noch Jahrzehnte, bis die Vanille in Europa verwendet wurde. Leisten konnten sich das damals nur Reiche, denn Vanille war verdammt teuer.

Das hatte auch mit dem Vanillemonopol zu tun, das Spanien strengstens hütete. Auf die unerlaubte Ausfuhr von Vanillepflanzen stand die Todesstrafe. Erst mit der Unabhängigkeit Mexikos 1810 baute man die Pflanzen auch in anderen Teilen der Welt an. Dort muss die Bestäubung allerdings händisch erfolgen, weil es keine natürlichen Bestäuber wie Kolibris gibt.

Der Anbau

Vanillepflanzen wachsen heute auf Plantagen an Stangen. Die Schoten werden bis zu 30 cm lang und immer kurz vor der Reife geerntet. Zu dieser Zeit sind sie noch gelb-grün. Nach der Ernte kommt es zur sogenannten Schwarzbräunung, einem aufwändigen Prozess. Dazu werden die Schoten mit Heißwasser oder Dampf behandelt und dann in luftdichten Behältern gelagert, wo sie über einen Zeitraum von vier Wochen langsam fermentieren.

Während dieses Prozesses werden die chemischen Vorstufen in Vanillin umgewandelt. Das Endprodukt sind die schwarz-braunen, lederartigen Vanilleschoten, die ein unvergleichliches Aroma haben.

Aufgrund des sehr aufwändigen Herstellungsprozesses und der händischen Bestäubung zählt Vanille zu den TEUERSTEN GEWÜRZEN DER WELT. Ihr Preis unterliegt auch immer wieder starken Schwankungen.

Verwendung

Vanille ist neben Zimt das am öftesten eingesetzte Gewürz für Süßspeisen. Mit ihrer Hilfe aromatisiert man Kakao, Schokolade, Süßspeisen, Backwaren, Desserts und Eiscreme. Man findet Vanille sogar in Wurstwaren und sie passt dank ihrer unvergleichlichen Milde auch hervorragend zu Fisch und weißem Fleisch. Wegen dieser Vielfältigkeit ist sie von großer Bedeutung für die Lebensmittelindustrie.

Es wird nicht genügend Vanille auf der Welt angebaut, um die Nachfrage zu bedienen. Ein Großteil des Vanillins wird heute künstlich aus billigen Holzabfällen, die in der Papierindustrie anfallen, hergestellt. Künstlich hergestelltes Vanillin kann aber mit echter Vanille nicht mithalten, weil die Pflanze noch eine Vielzahl anderer Aromastoffe enthält.

Übrigens: Vanille gilt als Gute-Laune-Spender, soll stimmungsaufhellend wirken und sogar bei Müdigkeit und Angst helfen. Probieren Sie es aus.

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