Oregano - würzige Legenden und heilende Wirkungen

Montag, 21. September 2015

Oregano - würzige Legenden und heilende Wirkungen

Verglichen mit anderen Gewürzkalibern, wird Oregano erst seit relativ kurzer Zeit als Gewürz verwendet. Dafür hat es sich aber einen ordentlichen Stellenwert erarbeitet: Heute steht es wie kein anderes Gewürz für die mediterrane Küche. Oregano wird aber auch schon seit Jahrtausenden als Heilmittel geschätzt, wovon zahlreiche, überlieferte Legenden zeugen.

Der Name Oregano stammt aus dem Altgriechischen und kam über das Italienische in die deutsche Sprache. Über die ursprüngliche Bedeutung des Wortes kann heute nur mehr gemutmaßt werden. Oregano hat aber viele Namen: Dost, Dorst, Wohlgemut oder Wilder Majoran. Letzterer ist interessant, denn Oregano ist tatsächlich mit Majoran verwandt. Bemerkenswert ist dabei der Umstand, dass diese beiden Gewürze geschmacklich nicht zusammenpassen.

Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wird aber heute auf der ganzen Welt in warmen und gemäßigten Breiten angebaut. Sie gehört zur Familie der Lippenblütler, wird etwa kniehoch, ist leicht behaart und wächst am besten auf kalkhaltigen Böden. Oregano blüht von Juli bis September. Die Blüten haben einen sehr zuckerhaltigen Nektar (76 %).

Von der Antike bis in die Neuzeit rankten sich die verschiedensten Legenden um das pikante Gewürz. In der Antike sollten Räucherungen von Häusern Dämonen abhalten. Im Mittelalter galt die Pflanze als Zauberkraut, das Hexen abwehren und sogar den leibhaftigen Teufel vertreiben konnte. Bis in die Neuzeit hielt sich der Glaube, Oregano würde die Liebe frisch verheirateter Ehemänner festigen.

Obwohl schon seit der Antike als Heilmittel bekannt, wird Oregano erst seit 300-400 Jahren als Gewürz verwendet. Er ist typisch für die mediterrane Küche. In Italien, Spanien und Griechenland werden sehr viele Gerichte damit zubereitet. Der aromatisch-würzige, leicht süßliche Geschmack kommt am besten zur Geltung, wenn der Oregano mitgekocht wird. Er passt hervorragend zu Pasta, Pizza, Gemüse, Fleisch und Saucen. Mit den Gewürzen Thymian und Rosmarin harmoniert er ausgesprochen gut.

Als Heilpflanze wurde Oregano schon im 1. Jahrhundert n. Chr. erwähnt. Neben appetitanregenden Wirkungen soll er stimmungsaufhellend sein. Daher stammt auch der Name Wohlgemut.

Oregano wirkt sich vorteilhaft auf die Verdauung aus und hat wegen seiner ätherischen Öle eine entzündungshemmende Wirkung, weshalb er auch bei Atemwegserkrankungen eingesetzt wird.

Es gibt also mehr als genug geschmackliche und gesundheitliche Gründe, um Oregano öfter auf die Speisekarte zu setzen.