Welche Kräuter brauche ich wirklich?

Montag, 03. Juli 2017

Welche Kräuter brauche ich wirklich?

Nachdem wir uns schon angeschaut haben, welche Gewürze in keiner Küche fehlen sollten, werfen wir nun einen Blick auf Kräuter.

Wie wir alle wissen, gibt es eine riesige Vielzahl an Kräutern und jeder Mensch hat unterschiedliche Geschmäcker. Dennoch sollten ein paar Kräuter in keiner Küche fehlen, weil sie einfach zu vielen Gerichten passen und damit unser Kochleben vereinfachen oder, besser gesagt, bereichern. Dazu kommt, dass wir weniger Salz für Kochen benötigen, wenn wir mehr mit Kräutern arbeiten. Die Gerichte schmecken reicher und vielfältiger. Außerdem haben Kräuter, vor allem die frischen, viele gesunde Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe oder ätherische Öle.

Frisch oder getrocknet?

Bevor wir uns aber mit den Kräutern im Speziellen beschäftigen, schauen wir uns noch an, ob es besser ist, Kräuter zu trocknen oder frisch zu genießen.

Es gibt viele Leute, die schwören auf frische Kräuter, weil sie meist einfach mehr Aroma haben. Meist, denn es gibt ein paar Kräuter, die getrocknet viel intensiver schmecken.

Ein weiterer Vorteil ist, dass getrocknete Kräuter lange haltbar sind. Wir lagern sie immer luftdicht, sonst verflüchtigt sich das Aroma. Eine Alternative zu getrockneten Kräutern sind tiefgefrorene. Diese behalten, weil sie gleich nach der Ernte eingefroren werden, fast ihren vollen Geschmack.

Hier ist unsere Auswahl der wichtigsten Kräuter:

Basilikum

Nicht umsonst wird es auch Königskraut genannt. Basilikum hat ein starkes, aber angenehm rundes Aroma. Es wird vor allem in der italienischen Küche eingesetzt und verfeinert dort Pizza, Salate, Tomatengerichte, Pasta, Fisch und Huhn. Es passt hervorragend zu allen Mittelmeergerichten.

Wichtig: Basilikum nicht mitkochen, sonst verliert es sein Aroma. Frisches Basilikum sollte hier die erste Wahl sein, da bei der Trocknung (wie sanft sie auch erfolgt) immer Aroma verloren geht. Frisches Basilikum gibt es von Juni bis September.

Bohnenkraut

Am besten immer im Ganzen mitgekocht, verleiht es Speisen einen leicht pfeffrigen Geschmack. Es eignet sich perfekt für Schmorgerichte und zu Hülsenfrüchten.

Dill

Das süß-herbe Aroma des Dills vielleicht einen unvergleichlichen Geschmack. Es harmoniert perfekt mit Gurken, darf aber auch bei Graved Lachs, in Marinaden und Saucen und allgemein bei Fisch nicht fehlen. Dill sollten wir immer erst am Ende hinzugeben, denn sein Aroma ist sehr flüchtig. Frisch schmeckt er am besten.

Estragon

Sein charakteristisches, herb-bitteres Aroma mit leicht scharfer Note verdankt Estragon den vielen ätherischen Ölen. Er passt perfekt zu Faschierten und Lamm und verleiht diesen Gerichten das gewisse Etwas.

Majoran

Diese aromatisch-bittere Gewürz wird für das Marinieren oder Braten von Fleisch und Kartoffeln sowie bei Faschiertem eingesetzt. Nicht zu lange mitkochen, sonst verflüchtigt sich sein Geschmack und der Majoran wird bitter. Vorsicht: getrocknet ist er viel intensiver als frisch.

Minze

Ein sehr vielseitig einsetzbares Kraut (für Gerichte, Cocktails, Tees, ...), dass einen sehr charakteristischen Geschmack hat. Es bringt eine frische Note in viele Speisen und passt gut zu allen Arten von Süßspeisen, Fleisch und Fisch.

Oregano

Dieses Kraut wird auch wilder Majoran genannt. Es schmeckt herb-würzig sowie leicht pfeffrig und passt hervorragend zu italienischer Küche wie Pizza, Muscheln, Fisch, Pasta, Suppen aber auch zu Schmorgerichten. Am intensivsten schmeckt Oregano getrocknet, wenn er noch mindestens 15 Minuten mitgekocht wird. Erst dann kommt das Aroma durch die Hitze schön heraus. Achtung: Wir sollten getrockneten Oregano nur sparsam anwenden. Außerdem harmoniert er überhaupt nicht mit Majoran, obwohl er wilder Majoran genannt wird.

Petersilie

Der absolute Klassiker - Petersilie ist ein Universalgewürz, das mit seinem würzigen, leicht scharfen Aroma, das auch einen Hauch von Süße hat, fast überall dazupasst. Es harmoniert mit Fleisch, Fisch, Suppen, Saucen und Kartoffeln. Wir sollten Petersilie immer frisch verwenden, sonst verfliegt ihr Aroma. Wir können sie zwischen Mai und Oktober ernten.

Rosmarin

Dieses nadelige Gewürz mit dem intensiven Geruch wächst wild im ganzen Mittelmeerraum und wird schon sehr lange in der europäischen Küche verwendet. Das starke Aroma des Rosmarins sollte aber nur vorsichtig eingesetzt werden, denn schnell ist es zu viel. Es passt wunderbar zu Wild, Rind, Soßen und zu Kartoffeln.

Schnittlauch

In China als „Juwel der Gemüsepflanzen“ geschätzt, gehört der Schnittlauch zu den Lauchgewächsen. Er hat ein fein-würziges, pikantes Aroma und passt herrlich zu Suppen, Saucen, belegten Broten aber auch Eigerichten und Fisch.

Schnittlauch sollten wir nicht mitkochen, sonst schmecken wir nichts mehr. Haben wir zu viel frischen Schnittlauch geschnitten, ist es am besten, ihn einzufrieren. So behält er den Großteil seines Aromas.

Thymian

Würzig, bitter-süß, mediterran - Thymian ist ein Klassiker der Küchenkräuter und passt wunderbar zu Lamm, Wild, Würsten, geschmortem Fleisch aber auch zu Antipasti. Erst beim Kochen kommt sein voller Geschmack heraus. Achtung: Thymian hat getrocknet ein drei Mal so starkes Aroma wie frisch.